Das Ende von Passwörtern und PIN

Mit dem neuen elektronischen Personalausweis (EPA) gehören die Sammlungen von mehr oder weniger fantasievollen Passwörtern und PINs der Vergangenheit an. Das versprechen den Bundesbürgern unisono Verwaltung und Wirtschaft.

Mitte Juli machte das Bundeskabinett mit seiner Zustimmung zum “Entwurf des Gesetzes über Personalausweise und den elektronischen Identitätsnachweis” den Weg frei für die digitale Identitätskarte im Scheckkartenformat. Die Zustimmung von Bundestag und Bundesrat stehen zwar noch aus, dennoch rühren das Bundesinnenministerium (BMI) und der Bundesverband Informationswirtschaft, Telekommunikation und neue Medien (Bitkom), Berlin, bereits kräftig die Werbetrommel. Man habe gelernt, dass “Projekte nutzerfreundlich sein müssen, aber auch Marketing erforderlich ist”, erzählt Hans Bernhard Beus, Staatssekretär im Bundesministerium des Innern und Beauftragter der Bundesregierung für Informationstechnik.

Auf einem gemeinsamen Forum von BMI und Bitkom in Berlin rührten die Veranstalter am Dienstag die Werbetrommel mit dem Ziel, weitere Industriepartner mit ins Boot zu holen. Für eine hohe Akzeptanz in der Bevölkerung sollen beim Start der elektronischen Identifizierungshilfe am 1. November 2010 zahlreiche E-Business-Anwendungen zur Verfügung stehen. “Es liegt im eigenen Interesse der Wirtschaft, das Angebot zu nutzen”, mahnt Beus Unterstützung an.

“Das Ja der Politik zum elektronischen Personalausweis ist ein großer Schritt zu mehr Sicherheit im elektronischen Handel”, sagt Dieter Kempf, Präsidiumsmitglied des Bitkom. Die Mehrheit der Verbraucher wartet auf den neuen Ausweis: 55 % der Internetnutzer würden ihn beim Onlinebanking einsetzen. Das habe eine repräsentative Forsa-Umfrage im Bitkom-Auftrag ergeben. Fast ebenso viele Surfer, 54 %, würden damit künftig staatliche Onlinedienste nutzen. Jeweils rund 40 % der deutschen Webnutzer sehen im elektronischen Personalausweis einen Sicherheitsgewinn für Auktionen und den Einkauf im Netz.

Kempf: “Je eher Bürger die neuen elektronischen Ausweise mit elektronischem Identitätsnachweis (eID) und digitaler Signatur für Onlinebanking oder den Einkauf im Internet nutzen, umso besser für die Sicherheit in Deutschland.”

Den digitalen Ausweis gibt es mit einigen Extras. So sind die digitalen Fingerabdrücke wahlweise. Abfragen dürfen diese Daten nur Polizei und Grenzkontrolle. Beim Ausstellen muss sich der Bürger dafür oder dagegen entscheiden. Nachrüsten geht nicht. Der integrierte Internetausweis kann durch die Meldebehörde auf Antrag des Bürgers ein- oder abgeschaltet werden.

Damit der EPA Ende übernächsten Jahres die Onlinegeschäfte sicherer machen kann, sind noch einige Hürden zu nehmen. Offene technische, organisatorische und juristische Fragen müssen jetzt geklärt werden, fordert Bitkom-Mann Kempf. So müsse durch entsprechende Verfahren sichergestellt werden, dass die Zertifikate umgehend, sicher und ohne übermäßig hohe bürokratische Hürden vergeben werden können.

Artikel von INGO PASZKOWSKY

Quelle http://www.vdi-nachrichten.de/vdi-nachrichten/aktuelle_ausgabe/akt_ausg_detail.asp?cat=1&id=40447&source=homepage

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