Die IT im deutschen Gesundheitswesen – ein chronischer Patient?
Das deutsche Gesundheitswesen war in den letzten Jahren durchaus
gesegnet mit Reformen. Jüngste Analysen von Pierre Audoin Consultants
(PAC) haben jedoch ergeben, dass bei der IT im dnoch immer ein hoher Nachholbedarf besteht.
Der deutsche Gesundheitssektor wird seit geraumer Zeit von der Entscheidung für
die elektronische Gesundheitskarte beherrscht. Obwohl dieser Entschluss bereits im
Jahr 2002 gefasst wurde, sind nach wie vor sehr viele Details ungeklärt: So steht die
Einführung der Karte noch immer in den Sternen: Nachdem ursprünglich der
1. Januar 2006 angestrebt wurde, wird inzwischen eine Einführung Ende 2008 bzw.
Anfang 2009 für realistisch angesehen. Aber auch Details, wie z. B. welche Daten die
Karte enthalten soll, sind noch nicht entschieden. Dennoch zeigen sich Fortschritte:
Nachdem alle zehn Testregionen die so genannten „10.000er-Tests“1 aufgenommen
haben, wurden auch die ersten Aufträge vergeben. T-Systems hat dabei den
Zuschlag für das Backbone-Netz erhalten.
Nach Einschätzung des Marktanalyse- und Beratungsunternehmens PAC sind die
Anlaufschwierigkeiten bei der elektronischen Gesundheitskarte symptomatisch für
den deutschen Gesundheitssektor, der sich durch verschiedene Reformen in den
letzten Jahren ausgezeichnet hat. Die dadurch entstandene Problemstellung lässt
sich sehr gut an den deutschen Krankenhäusern aufzeigen.
Zahlreiche Krankenhäuser arbeiten seit vielen Jahren nicht mehr profitabel, rund ein
Drittel weist Verluste auf. Dies führt langfristig zur Schließung, Privatisierung aber
auch zur Zusammenlegung von Krankenhäusern. „Während im Jahr 2000 noch
2.242 Krankenhäuser in Deutschland betrieben wurden, sank die Zahl bis zum
Jahr 2006 um mehr als 6 % auf 2.104. Diese Entwicklung macht ein Umdenken bei
den Krankenhäusern unumgänglich“, so Kerstin Dirtheuer, Consultant bei PAC.
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