Für viele Mediziner ist das Internet und die Signatur noch kein Thema

Die Kassenärztliche Bundesvereinigung hat an alle niedergelassenen Mediziner appelliert, ihre Praxen online zu vernetzen. Dafür werde es höchste Zeit, sagte der Vorsitzende der KBV-Vertreterversammlung, Andreas Hellmann, mit Hinweis auf die Online-Abrechnungspflicht ab dem Jahr 2010 und die geplante Einführung der elektronischen Gesundheitskarte. Große Zurückhaltung gebe es bei den Ärzten vor allem in Bezug auf elektronische Kontaktmöglichkeiten für die Patienten. So habe nur etwa ein Drittel aller Praxen eine eigene Homepage mit E-Mail-Adresse. Die Möglichkeit einer elektronischen Terminvereinbarung biete in Deutschland fast kein Arzt an.Viele Ärzte befürchten laut Hellmann eine zusätzliche Arbeitsbelastung durch die Einführung des Internets in den Praxisalltag. «Sie übersehen dabei, dass es inzwischen viele Angebote gibt, mit denen die Patienten zum Beispiel automatisch an bevorstehende Termine erinnert werden können», erklärt der Mediziner. Zudem nutzten die Patienten das Internet immer mehr – auch um ausführliche Gesundheitsinformationen zu recherchieren und um einen Arzt zu suchen. Die großen Fachverbände der Internisten, Lungenärzte, Neurologen, Psychiater, Kinder- und Jugendärzte sowie der Frauenärzte haben daher nun die Aktion «Praxen ans Netz» gestartet.

Nach Angaben des Berufsverbandes der Frauenärzte surfen inzwischen fast 70 Prozent der Frauen in Deutschland fast täglich im Internet. «Insofern ist es wichtig, dass wir zum einen seriöse Gesundheitsinformationen für unsere Patientinnen anbieten und zum anderen, dass alle niedergelassenen Frauenärzte und auch andere gynäkologische Einrichtungen wie Frauenkliniken schnell online gefunden werden können», erklärt Verbandspräsident Christian Albring.

Auch die geplante neue elektronische Gesundheitskarte für Patienten, die bereits im Laufe des nächsten Jahres schrittweise eingeführt werden soll, macht laut Albring einen Online-Zugang erforderlich. Ähnlich wie bei den bekannten EC-Karten werde die neue sogenannte E-Card mit einer PIN-Nummer verschlüsselt sein. Per Eingabe dieser Nummernfolge in ein Lesegerät, das künftig am Empfangsschalter jeder deutschen Arztpraxis stehen solle, könnten die gespeicherten Versichertendaten oder auch elektronische Rezepte des Patienten frei geschaltet werden. «Voraussetzung dafür ist allerdings, dass die Arztpraxis über einen Internetzugang verfügt», betont der Verbandschef.

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