In Bremen verpassen die Hausärzte der Gesundheitskarte eine Absage

BREMEN (cben). Keine elektronische Gesundheitskarte an der Weser? Beim Hausärztetag in Bremen haben Ärzte beschlossen, die Einführung der E-Karte zu untergraben. “Die Bremer Hausärzte werden die Anschaffung von Lesegeräten für diese aus Datenschutz-Gründen hoch gefährliche Technologie boykottieren”, hieß es. “Wir sind keine Maschinenstürmer”, erklärte Dr. Günther Egidi, Vorsitzender der Akademie für hausärztliche Fortbildung in Bremen, “wir befürworten eine elektronische Vernetzung von Praxen, Apotheken und Krankenhäusern. Aber wir sind vehemente Gegner von zentralen Datenservern, auf denen sämtliche Gesundheitsdaten der Bevölkerung gespeichert werden.”

Zur Begründung ihrer Ablehnung haben die Hausärzte sechs Thesen formuliert:

  • Das Arzt-Patienten-Verhältnis wird durch die Speicherung sensibler Patientendaten in zentralen Rechnern beschädigt oder sogar zerstört.
  • Die Patienten können mit Hilfe des elektronischen Rezeptes in Risikoklassen eingeteilt werden, die ihnen womöglich ein Leben lang anhaften und sie beim Abschluss von Versicherungsverträgen benachteiligen können.
  • Der Zugriff auf die Daten und deren Missbrauch durch Dritte ist nicht sicher zu verhindern.
  • Es gibt keinen belegbaren medizinischen Nutzen der E-Karte.
  • Die Handhabung der Abläufe in den Praxen wird erheblich behindert.
  • Die Kosten der milliardenschweren Entwicklung der Gesundheitskarte werden auf Patienten und Ärzte abgewälzt.

“Gesundheitssenatorin Ingelore Rosenkötter sowie die Bremer Bundestags-Abgeordneten werden aufgefordert, sich dafür einzusetzen, dass Paragraf 291 a SGB V dahingehend modifiziert wird, dass die elektronisch erhobenen Gesundheits-Daten nur dezentral gespeichert werden”, schreiben die Hausärzte in ihrer Resolution. Ärzte und Angehörige anderer Gesundheitsberufe wurden aufgefordert, die Anschaffung der Lesegeräte für die E-Karte ebenfalls abzulehnen.

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